Archiv für die Kategorie „Alle anderen“


Es liegt in den Genen

Donnerstag, 24. September 2009

Die einen haben früher Sex als die andern. Wenn du früher entjungfert wurdest als dein Sitznachbar, dann kann das daran liegen, dass du von einer alleinerziehenden Mutter erzogen wurdest. So etwas können natürlich nur amerikanische Wissenschaftler herausfinden.

Interessant ist auch, dass Typen sofort biochemisch reagieren, sobald eine Frau anwesend ist. Selbst wenn es sich um deine hässliche Kusine handelt.

Drüben in der erwachsenen Konkurrenz bei der ZEIT hat man Pillen gefunden, die den Geschmack von Sperma verändern sollen. Ohje.

Und in der Glaserei hat man ein Foto gefunden, das auch von hier stammen könnte.

Und Abgang. Nicht ohne Stendhal: “Nichts begünstigt die Entfaltung der Liebe mehr als eine langweilige Einsamkeit, die von ein paar seltenen, langersehnten Festlichkeiten unterbrochen wird. Gewandte Mütter mit Töchtern verstehen das.”


Personalitätscheck

Freitag, 4. September 2009

Das Netz weiß mehr über dich, als du denkst. Jetzt kannst du auf Personas dein digitales Persönlichkeitsprofil anschauen. Das Programm durchsucht das Internet auf deinen Namen, schaut, in welchen Zusammenhängen du auftauchst, und geriert daraus eine bunte Themen-Leiste, die anzeigt, “wie das Internet dich sieht”. Das Ganze ist ein Kunstprojekt von Aaron Zinman für das MIT Museum und lässt sich leicht bedienen: deinen Namen eingeben, Entertaste drücken, fertig. Ziemlich unheimlich, aber grafisch sehr hübsch. Schade, dass man das Profil nicht abspeichern, twittern oder emailen kann. Schade, dass es keine Textzusammenfassung gibt. Und schade, dass nur die englischen Namensspuren durchsucht werden? Nein, das ist doch auch mal ganz gut. Auf Deutsch unsichtbar sein. PS: Wer alle seine Surfspuren verwischen will, kann dies mit JAP tun.


Jules sagt

Freitag, 4. September 2009

Meine nächste Freundin soll eine kleine süße Feministin sein, die auf Männerjagd geht. Die für ihre Gefühle kämpft. Eine Jeanne d’Arc der Liebe. Lisa denkt wirklich, ich solle mich zuerst melden. Damit ich mein Interesse zeige und so. Sie denkt, wenn man Männer warten lässt, werden sie umso interessierter. Das ist ja wohl total 19. Jahrhundert! Schonmal was von Emanzipation gehört?

Wenn du einen Typen magst, Lisa, dann ruf ihn an, alles andere ist unehrliche Soße. Jeder Schritt in die richtige Richtung verringert die Möglichkeit von Zufällen in diesem Universum. Konventionen sind für konventionelle Menschen! Und wenn du dir unsicher bist, wie wäre es mit einer kleinen süßen Email? Oder einem Kommentar? Schließlich weiß ich genau, dass du das hier liest. Ok, ich mag es, wenn ich mir ein bisschen Mühe geben muss. Doch diese ganze Lisa-Warterei zermürbt mich irgendwie total, das ist doch schon völlig verkorkst zwischen uns, und ich bin ehrlich gesagt genervt und lustlos. Habe mich ein bisschen auf anderen Blogs herumgetrieben und eine geniale Geschichte zum Thema “Wer spricht wen an?” bei Melancholie Modeste gefunden. Eine, die “Schwester der K.” genannt wird, hat ihrem Freund auf der Pfaueninsel in Berlin – auf den Knien, zwischen anderen Ausflüglern – einen Heiratsantrag gemacht. Und: Er lehnte ab! Werte Schwester der K., melde dich. Hast du das gehört, Lisa? Mut. Mut. Mut. Vielleicht sollten wir uns einfach andere Namen geben und nochmal auf Start. Wie bei Mensch ärgere dich nicht.


Jules sagt

Samstag, 22. August 2009

Ich fasse es nicht! Jetzt denkt Lisa, dass ich sie beobachte. Ich als Detektiv oder wie? Auf der Spur meiner Liebe? So ein Quatsch. Lisa leidet an narzisstischer Selbstverliebtheit, wenn nicht gar Überschätzung. Wahrscheinlich kann sie es sich gar nicht vorstellen, dass der arme Jules ohne sie leben kann. Aber, bätsch, kann ich.

In der letzten Woche habe ich kaum noch an sie gedacht, das war so, als ob ich mit dem Rauchen aufgehört hätte, ohne es überhaupt zu merken. Auf einmal waren die Lisa-ich-vermiss-dich-Gedanken wie weggeblasen. Ihr fragt euch, warum? Ganz einfach: Ich habe Lisa mit einem anderen Typen gesehen. (Nein, ich habe sie nicht beobachtet; das war Zufall!). Sie gingen im Park spazieren, als ich gerade joggen war. Ich bin dann als Mr Lässiger Schritt auf beide zugetrabt und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Denn erstens sah ihr Begleiter scheiße aus (Wetgel), zweitens wurde Lisa rot, als ich an ihnen vorbeilief. Ihr war das peinlich! Hatte sie nicht gesagt, dass sie gar nicht rausgehen wollte? Hatte sie nicht gesagt, ich solle mich entscheiden? Die Arme weiß doch selbst nicht, was sie will, und hält sich lieber alle Optionen offen. Ich schwöre, dass sie mich in der nächsten Woche anrufen wird. Bis dahin halte ich mir auch alle Optionen offen. Sprecht mich ruhig an, wenn ihr mich seht!


Unter der Kuscheldecke

Donnerstag, 6. August 2009

Schlagersänger Gunter Gabriel macht ab und zu Schlagzeilen. Mal beschimpft er Arbeitslose in Eisleben: “Ihr habt ja so viel Zeit, sonst wärt ihr ja nicht am Nachmittag schon hier. Ich hab leider keine Zeit, ich muss meinen Arsch immer in Bewegung halten, damit die Knete stimmt.” Mal verprügelt er seine Frau oder bezahlt seine Schulden durch Wohnzimmer-Auftritte. Jetzt hat ihn die Bundeszentrale für politische Bildung als ein Gesicht ihrer Geh-Wählen-Kampagne gecastet. Was ihn dazu prädestiniert, wird klar, wenn man sich seinen Spot anschaut, der nur ein ganz bisschen Eigenwerbung für Gabriels Hit “Komm unter meine Decke” macht. Fazit: Der Herr kuschelt nur mit denen, die auch wählen. Das ist doch mal eine originelle politische Aussage. Wer jetzt Lust auf “mehr entscheiden” bekommen hat, kann hier Muster von Kuscheldecken auswählen.


Lisa sagt

Mittwoch, 29. Juli 2009

Puh, Jahre später… Weiß noch einer, worum es ging? Ich auch nicht. Na ja, weiß ich doch, es ging um Jules. Mein Freund Jules. Den ich sehr liebe. Aber ja, ach, Leute, er liebt mich zwar auch, aber nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe, jedenfalls wird nichts aus uns. Und damit ist wohl auch Ende für unsere Freundschaft. Schade. Wir hatten gestern eine Aussprache. Wir haben uns am Fluss getroffen und dauernd sind so Frauen an uns vorbei getrottet, so Joggerspasten. Und wenn die kaputt waren, sind die wie so Hunde getrottet. Jules hat dann tatsächlich geweint. Ich nicht. Dabei hätte ich weinen sollen! Jetzt ist erstmal sehr viel Abstand angesagt. Und ein neuer Typ muss irgendwie her. Erdal? Oder Birol, meine Exflamme? Wir werden sehen. Ich melde mich. Versucht nicht, mich zu finden.


Folge mir, Tweetheart

Freitag, 10. Juli 2009

Achtung, dieser Text enthält viel Fachsprache! Nur für Tweeties.

Jeden Freitag verkünden fleißige Twitterer über den Hashtag #followfriday interessante und verfolgenswerte Twitter-Feeds. Heute ist Freitag, und daher habe ich mich auf die Suche nach liebenswürdigen und sexbezogenen Twitter-Feeds gemacht. Erstmal vorweg: Amerikanischen Marktforschern zufolge wird auf Twitter viel öfter nach Sex gesucht als auf Facebook. Aber bloße Sex-Tweets sind öde und pornös, die gebe ich hier nicht weiter. Ich will Sprachspielchen. (weiterlesen…)


Unisex-Mode

Montag, 6. Juli 2009

Draußen brütet die Hitze, drinnen brüten die Gedanken nichts aus. Das ist das Sommerloch. Die Zeitungen schreiben immer noch über Michael Jackson, Blogger gehen ins Freibad. Dabei könnte man, erklärt der englische Dramatiker Wallace Shawn, immer wieder über Sex schreiben. Statt sich zu fragen, worüber man eigentlich noch schreiben sollte, wie LiLu24: Schafft sie es, zwei Wochen ohne Internet zu sein? Oder gehört Bloggen schon zum Leben, auch zum Urlaub? Crazy Toast hat noch eine ganz andere Frage auf Lager: die Kleidungsfrage nach String Tanga oder Bikini. Wo ist eigentlich der gute alte Badeanzug hin?

Bei den Pariser Modewochen steckten die Männer in Bustiers und Hot Pants, Stil in Berlin fotografierte Modejunkies bei der Berlin Fashion Week: Von Weitem kann man nicht wirklich erkennen, welches Geschlecht sich hinter den kurzen Hosen, Tank Tops und meist auch Sonnenbrillen verbirgt. Ein Trend zur Unisex-Mode? Alles für alle? Tessa sieht das anders, sie findet, endlich kommt sexy zurück in die Mode, besonders in die der Business-Frau. Daher kommt morgen hier ein Text über unsexy Thermounterwäsche, ein unterschätztes Unisex-Accessoire, das es noch nicht auf den Laufsteg geschweige denn ins Freibad geschafft hat.


Ich liebte einen Popstar

Montag, 29. Juni 2009

Wir leben im 21. Jahrhundert, und das merkt man auch daran, dass man vom plötzlichen Tod sehr berühmter Menschen nicht mehr durch die Zeitung, die Tagesschau oder erst am nächsten Tag auf dem Schulhof erfährt, sondern quasi direkt und live im Internet. Wir vom Blog jedenfalls haben es zuerst über Facebook erfahren (nachts um ca. halb eins). Mittlerweile ist Jacko natürlich überall am Start, erst recht auf vielen Blogs – Betabuzz hat den Überblick, Franzi hat sogar Geld verdient damit, das oder der Bildblog hat schön die ersten Stunden des Chaos dokumentiert und auch der Shredder Blog fasst noch mal einiges zusammen.

Mit Jacko wollen wir uns also nicht lang aufhalten. Nur so viel noch:  Er war nicht nur der King of Pop, weil er so gut tanzen konnte und die Musik gut war. Sondern auch, weil er es geschafft hat, zwei Jahrzehnte lang immer wieder Kids und Teenies für sich zu begeistern. Bis er es zu bunt und durchschaubar gemacht hat – und Opfer seiner eigenen Arbeit, auch der Arbeit an sich wurde.

Zum Thema “Liebe zu einem Popstar” morgen mehr.


Ist Holzhacken männlich?

Freitag, 26. Juni 2009

Am 27. Juni 1969, protestierten in New York in der Christopher Street Homosexuelle zum ersten Mal gegen Diskriminierung und für gleiche Rechte, seitdem ist der CSD eine Institution im schwul-lesbischen Protest. Die Debatte um Geschlecht und Gender ist vierzig Jahre später noch lange nicht beendet. Frauen haben noch immer Schwierigkeiten, Kinder und Karriere zu vereinen, siehe auch das neue Buch von Annette C. Anton “Mädchen für alles“; These: Mädchen seien immer zu nett und kämen so nicht voran.

Aber vor allem sorgen wir uns um die Männer: Johanna Kutsche macht sich Gedanken über die Männerbewegung und beschreibt deren Suche nach “positiver Männlichkeit”. Ein Teilnehmer einer Männergruppe erzählt ihr von Männlichkeitsaktionen: “Wir veranstalten Camps in der Natur, hacken Holz, zelten, versorgen uns selbst. Da dürfen wir mal wieder richtig Mann sein.” Frauen campen auch gerne, oder? Und sehr gerne mit den Männern. Was ist also heute eigentlich männlich? Alleine sein, unter Männern? Ich glaube kaum. Katrin findet, dass das so genannte “männliche Verhalten” zu einem vom Hormon Testosteron angeheizten Konkurrenzkampf führt. Sie schlägt vor: mehr Frauen in die Führungsetagen. Das ist jetzt nicht so neu, aber das kann man immer mal wieder fordern. Stimmt ja auch. Und, was sie noch einbringt: “alle einfach menschlich sein”, dann müsste man sich nicht “in getrennten, geschlechtshomogenen Gruppen beweisen, wer am ‘männlichsten’ oder ‘weiblichsten’ ist.” Klingt einfach. Männlich menschlich und weiblich menschlich und schwul menschlich und lesbisch menschlich undsoweiter. Peace!