Archiv für die Kategorie „Ich & Du“


It’s In His Kiss

Dienstag, 22. September 2009

Neulich jemanden sagen hören: “Dann musste ich ihr erstmal beibringen, wie man richtig küsst.” Über den Satz musste ich lange nachdenken. Erst über den Langmut, die Geduld, den Mut des Sprechers; – wie oft habe ich beispielsweise auch schon enttäuscht gedacht: Die kann ja gar nicht küssen? Und ist das nicht sehr wesentlich, wenn man was Ernstes eingeht, dass es damit als erstes klappt? Dann aber habe ich gedacht: Was ist, wenn die Geküsste genauso enttäuscht war? Was ist, wenn Küssen keine Frage von Können ist, sondern von Vorliebe und Geschmack? Vielleicht gibt es einfach Frauen und Männer, die lieber trocken küssen (besonders Frauen, meint die Süddeutsche), die Zunge lieber stecken lassen (den Satz “Das ist mir zu nass” habe ich bzgl. Zungenküsse auch schon mal gehört), lieber den Mund nicht öffnen und die Lippen lieber nicht hin- und herbewegen. Vielleicht ist es auch eine Frage von Lippenumfang. Schmale Lippen küssen besser, wenn sie auf andere schmale Lippen treffen. Oder hatte der Kerl von oben doch einfach Recht? Und man muss, wie beim Sex, auch schon beim Küssen eben lernen: von einander, oder wenn’s nicht klappt, dann eben von der oder dem nächsten?

P.S. Anschauungsmaterial: Hier. Das Original von Betty Everett ist übrigens besser.


Kleine ungarische Flirtschule

Dienstag, 8. September 2009

Wieso sind Anmachsprüche meist auf Männer getrimmt? Muss immer ER zuerst SIE ansprechen? Und warum ist das auf Facebook anders? (Ich rede jetzt nicht davon, dass man jetzt schon Freunde kaufen kann.) (weiterlesen…)


Ich will dich aufsexen

Donnerstag, 27. August 2009

Guten Tag. Diese neue Folge unserer Reihe “Sex im Pop” behandelt eine Boygroup, die nie über ihre ersten zwei Hits rausgekommen ist. Der erste hieß “I Wanna Sex You Up” und wer zuerst weiß, wie der zweite Hit hieß, kann ein Buch gewinnen. – Übrigens sind Wham! mal mit Color Me Badd aufgetreten. Um Michael Hutchence, der sich mutmaßlich beim Onanieren selbst stranguliert hat und dabei umkam, geht es dann beim nächsten Mal.

Color Me Badd – I wanna sex you up


Der regionale Mann und die regionale Frau

Montag, 17. August 2009

Oft fragt man sich, wie Menschen überhaupt zueinanderfinden. Weil sie sich so oft falsch verstehen oder falsch verstehen wollen. Daher hatten wir bereits überlegt, wie im dramatischen Text das Flirten funktioniert. Jetzt gibt es zum Thema “Klassische Anmache” (Goethe, Proust et. al.) ein neues Buch, das Christine Westermann für den WDR rezensiert hat. Im Grunde ist die Anmache ja wirklich etwas ganz Klassisches: Es geht nur darum, auf sich aufmerksam zu machen, sich verbal aufzuplustern, ohne gleich mit albernem Wort-Konfetti werfen zu müssen, Rosen-Gedichte zu verteilen (so wie Gertrude Stein bekommt man es ja doch nicht hin) oder peinliche Brunftgeräusche von sich zu geben. Wer nicht weiß, wie der andere tickt oder wie die andere grundsätzlich reagiert, hat wohl weniger Erfolg, als der, der weiß, was im jeweiligen Fall ankommt. Also: Regionales Wissen muss her.

Zum Glück hat sich das ZEIT-Magazin in den letzten Wochen bereits an einer Typologie der Berliner Frau und des Berliner Mannes versucht. Fazit: Er ist ein Schluffi, sie ein Mädchen. Und oft sind beide gar keine echten Berliner, denn die sind in Wirklichkeit ganz anders. Wie denn, fragte ich mich da? Wie ist denn der Kölner Jung und das rheinische Mädel? Wie ist der Bub aus dem Allgäu und die Hamburger Deern? Ist der eine eine bierselige, konservative, bodenständige Haut und die andere gar eine coolere Tuss als die Hauptstädterin, weil sie das Understatement lebt und weltoffener ist? Und was ist mit den Cottbussern? Den Rostockern? Den Leuten aus Hameln? Oder sind Typologien sinnlos? Ich fange zumindest mal mit den Bremern an: Der Bremer Typ würde gerne wie der Hamburger sein, rappt aber nicht und trägt nicht diese Wollmützen mit Schirm, weil er sich eigentlich wie ein Engländer oder Holländer fühlt. Tee! Fahrrad! Er hat eine konservative Erziehung genossen, das heißt, er kann Walzer tanzen und der Dame, die er auch wirklich so nennt, den Stuhl unterschieben, oft übernimmt er die Firma des Vaters, die seinen Nachnamen trägt. Das Bremer Mädchen kennt alle Bremer Männer in ihrem Alter, weil sich in Bremen alle kennen. Eigentlich ist es auf der Suche nach einem Hamburger, respektive einem Engländer oder Holländer. Und so geht das Spielchen weiter! Wie sind die Engländer? Die Holländer? Das wäre dann Stufe Zwei der Geschlechtstypologien, von den Regionen zu den Nationen…


Das Herz der Spinnenfrau

Sonntag, 16. August 2009

heart


Gender Studies Overkill

Dienstag, 11. August 2009

Neulich haben zwei Frauen darüber abgelästert. Über den Studiengang und die Leute, die ihn belegen. Gender Studies. Gender Studies sind eigentlich eine gute Sache. Denn in dieser Disziplin, die oft der Soziologie, der Kulturwissenschaft oder den Geisteswissenschaften allgemein untergeordnet ist, geht es um das Verhalten der Geschlechter. Es gibt nicht nur einen biologischen Unterschied, sondern einen, der antrainiert, anerzogen, ansozialisiert wird. Männer benehmen sich nicht einfach so männlich, sondern sie verhalten sich nach vorgegebenen Mustern, die als männlich angesehen werden. Dasselbe gilt für Frauen.

Klar ist natürlich, dass Menschen, die sich sozusagen eh schon am Rand der Normalität bewegen, von diesen Theorien besonders angezogen werden. Menschen “aus der Mitte der Gesellschaft”, die sich mit anderen Worten am besten angepasst haben, sich am meisten im Mainstream der Erwartungen bewegen, interessiert das Fach nicht. Sie könnten sich entlarvt fühlen.

Interessantes Fach also. Hier ein paar Linktipps: Im Freitag geht es um feministische Frauen, die Männer mögen, in der Genderbibliothek in Berlin sind noch Plätze frei, die Achse des Guten hasst natürlich wieder alles, und jemand aus Groningen hat angefangen, Gender Studies zu studieren.


Was nervt?

Mittwoch, 8. Juli 2009

Partygespräche. Ihr kennt das. Manchmal stellt einer eine Frage, die dann alle beantworten wollen, sollen. Um die Stimmung zu heben. Neulich: Julian will wissen, was denn eigentlich die Jungs an Mädchen doof finden und andersherum. Hier die Ergebnisse:

Die Typen meinten: Mädchen sind kalt. Mädchen sind launisch.
Die Damen wussten: Jungs sprechen sich ab. Jungs verstehen Freiheit falsch.
Und einer sagte: Hängt ganz davon ab.

Mmh. Kommen wir so jemals zusammen? Was nervt euch an den anderen, die ihr so gerne lieben wollt? Wir würden das gerne wissen. Oder entsteht aus diesen Verstimmungen die nötige Spannung, die große Gefühle erst möglich macht?


Liebesschaukel, Urlaubsmittel, Caravan of Love

Sonntag, 5. Juli 2009

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Gugelitis

Samstag, 4. Juli 2009

Soll man sein Date vorher googeln? Interessante Frage, die von der dubiosen Kolumnistin Sophie Andresky (ihr letztes Buch heißt tatsächlich “Vögelfrei”! Ächz! Aber: Amazon-Verkaufsrang: 8 – die Mädchenmannschaft hat hier ein anderes Buch rezensiert, Andresky kommt in den Kommentaren aber auch vor) im Cosmopolitan gestellt, vom Zimmermädchen kürzlich aufgegriffen und von ihrer Blogcrowd nicht wirklich hinreichend beantwortet wurde… Aber wir wissen es auch nicht.

Oder doch… Jedenfalls ist Googeln ja eine Art Volkssport geworden. Man googelt also sowieso. Warum also eine Frage der Moral daraus machen? Interessant wird es erst, wenn man anfängt, dass ergugelte Wissen anzuwenden… Aber seien wir mal ehrlich: Bis auf Blogger, sonstige Schreibende und Menschen aus der Öffentlichkeit sind die meisten immer noch unsichtbar in der digitalen Welt.

Außerdem: Witziger ist ja die Frage, ob man so spionagemäßig über Google den Namen von jemanden rausbekommen kann. Du lernst zum Beispiel jemanden kennen. Ein hellblondes Mädchen mit Brille. Du redest etwas mit ihr, dann verschwindet sie wieder in der Anonymität der Großstadt. Du hast nichts. Du weißt nicht, wie sie heißt, du hast natürlich auch nicht nach ihrer Nummer gefragt. Du weißt jetzt nur: Den Ort des Kennenlernens. Dass sie neu in der Stadt ist. Du weißt von zwei Bands, die sie mag. Und der dritten, auf dessen Konzert du sie angesprochen hast. Wirst du sie mit dieser dünnen Infolage ergoogeln können?

Wohl kaum, oder?


Ich bin in einen Popstar verliebt

Dienstag, 30. Juni 2009

Ich bin in einen Popstar verliebt. Ich habe ihn mir mir als lebensgroßes Poster übers Bett gehängt. Und erschrecke damit meine Mutter und alle potenziellen Lover. Mich selbst hänge ich gern über das Gestänge vor der Bühne, wo ER auftritt, und kotze den Sicherheitsleuten auf die Schulter. Mit meinen Freundinnen lungere ich stundenlang vor irgendwelchen Studios, Hotels oder VIP-Restaurants herum, um IHN nur einmal kurz zu sehen. Ich reiße alle Zeitungen und Zeitschriften an mich, in denen irgendwas über IHN steht. Ich peste alle Blogs und Fanseiten voll mit Texten darüber, wie supertoll ER ist. Ich wünsche alle Krankheiten denen an den Hals, die das nicht so sehen. Vielleicht schlafe ich mich zu ihm hoch, vielleicht schaffe ich es über den schmierigen Manager, aber ich habe mir von den anderen Girls schon einige Tricks abgeschaut, wie ich besser an IHN herankomme. Und eines Tages sind wir beiden allein in seinem dunklen Tourbus, an den ich schon viele kleine Post-its mit Liebesschwüren geklebt habe. Meine Eltern denken, ich bin etwas schräg, aber noch fahren sie mich zu den Konzerten und holen mich pünktlich wieder ab. Ich esse nichts und ziehe mich so an wie ER. Oder wie ER es gut findet. Meine alten Freundinnen haben sich von mir abgewandt, aber meine neuen stehen genauso auf IHN wie ich. Sollte ich jemals einen von denen ranlassen, die ich von der Schule oder so kenne, dann muss er so einen Style haben wie ER. (weiterlesen…)