Gestern kamen wir vom Preis auf die Chemie der Liebe. Daher habe ich, zum Nachschlagen oder zum Brillieren auf Partygesprächen, mal ein kleines Glossar für das medizinische Grundwissen zum körperlichen Glücksgefühl zusammengestellt. Ärztinnen und Ärzte unter euch: Bitte gerne um den aktuellsten Forschungsstand ergänzen.
Oxytozin: Wird auch “Liebeshormon” genannt und im Gehirn aller Säugetiere produziert. Es bewirkt, wenn es in die Blutbahnen gelangt, die rhythmische Anspannung der Muskulatur der Gebärmutter (bei Frauen) oder des Samenleiters (bei Männern). Eventuell spielt es auch eine Rolle als “Treuehormon”: Präriewühlmäuse bleiben sich nach dem ersten Sex ihr Leben lang treu, in ihrem Gehirn wurde eine hohe Konzentration von Oxytozin festgestellt. Bergwühlmäuse produzieren dieses Hormon kaum, wenn sie sich begatten, und belassen es bei One-Night-Stands. Züchtet man allerdings genetisch veränderte Bergwühlmäuse, die mehr Oxytozin produzieren, trennten sich die Paare nicht mehr. Der Name des Stoffes kommt aus dem Griechischen von “oxys” (schnell) und “tokos” (Geburt), denn ohne ihn kann eine Frau ihr Kind nicht auf die Welt bringen, weil er für die Wehen essentiell ist.
Dopamin: Hat auch einen Ersatznamen, nämlich “Glückshormon”. Wenn man verliebt ist, wird es verstärkt ausgeschüttet; dann benötigt man weniger Schlaf und hat weniger Appetit, behauptet unter anderem Helen Fisher, Anthropologin an der Rutgers Universität. Auch diesem Botenstoff könnte man einen anderen Namen geben, nämlich “Motivationshormon”. Ein zu geringer Dopamin-Spiegel im Blut führt zu Antriebslosigkeit, ein zu hoher spielt bei Psychosen eine Rolle. Und für die Auswendiglerner unter euch noch die Summenformel: C8H11NO2
Östrogen: Dieses Hormon gilt als weibliches Hormon. Es steuert den Zyklus von Eisprung etc. Während der Blutung ist die Östrogenkonzentration am geringsten; Mädchen und Frauen fühlen sich dann oft niedergeschlagen, depressiv oder einfach kraftlos. Männer brauchen Östrogen unter anderem für den Knochenaufbau und für die Heranreifung der Spermien. Zu viel Östrogen macht übrigens aggressiv.
Testosteron: Ein männliches Hormon, ein sogenanntes Androgen, das beispielsweise zur Ausbildung der männlichen Geschlechtsorgane notwendig ist, aber auch im Körper der Frau eine große Rolle spielt. Zur Zeit des Eisprungs nimmt die Konzentration von Testosteron im Körper der Frau um 30 Prozent zu, daher nimmt man an, dass es lustfördernd wirkt. Der Forscher Ernst Lacqueur hat ihm den Namen gegeben, weil er das Hormon 1935 erstmals aus Stierhoden (testis) isolierte. Er hatte bereits 1925/1926 mit anderen Wissenschaftlern das Östrogen entdeckt.
Pheromone: Diese unbewusst wahrgenommenen Duftstoffe signalisieren Paarungsbereitschaft und werden von Körperdrüsen ausgesendet. Bestimmte Schmetterlings- und Mottenarten können angeblich Pheromone aus zehn Kilometer Entfernung wahrnehmen. Und, wie gestern schon angemerkt, soll es bereits Parfüms geben, denen diese Stoffe beigemischt sind. Ob sie wirken?






