Ein altes Sprichwort besagt, dass man nicht von “Luft und Liebe” leben kann. Wahrscheinlich hat sich ein Misantroph, ein Menschenhasser, diese Phrase ausgedacht. Er konnte es wohl einfach nicht ausstehen, dass um ihn herum glückliche Paare herumflanierten und wollte ihnen das Glücklichsein miesmachen. Dabei ist Luft kostenlos und Liebe auch, das kann sich also jeder und jede leisten. Warum fragt aber dann das Magazin Neon gerade nach dem “Preis der Liebe“? Muss man, wenn man jemanden liebt, etwas dafür zahlen, etwas hingeben, materiell oder immateriell? Höchstens sich selbst, oder? Ich finde die Frage falsch gestellt, denn Gefühle sind ja nicht kapitalistisch. Sondern eher sozialistisch. Oder kommunistisch. Sie gehören jedem und jeder. Sind unbezahlbar. Man kann auf sie nicht spekulieren, man braucht keine Investitionsberater. Das muss ja auch mal wieder gesagt werden.
Was kostet die Liebe?







Ich fürchte, das stimmt alles nur sehr selten. Das mit der Liebe, die nichts kostet. Das kann man u.a. bei Eva Illouz (”Gefühle in Zeiten des Kapitalismus”) gut lesen, auch bei Foucault und Bourdieu, dass es die wertfreie, wertneutrale Liebe hier nicht gibt, nie geben wird, nie gegeben hat. Es geht bei der Objektwahl oft auch um den sozialen Status, es geht beim Date auch oft darum, wer denn die Rechnung bezahlt. Aber schön, wenn man trotzdem daran glaubt. An die Liebe, die nichts kostet. Pure Romantik!
Meinen du – und auch Bourdieu und Illouz – dann nicht eher die Liebe in einer Beziehung? Ich meinte das Gefühl, das die Hormone freisetzt, das ist kostenlos! Wenn man es erwerben könnte, hätte es schon jemand gemacht.
Ich wette, das kommt noch. Parfüms mit Pheromonen gibt es ja schon. Der zuständige Stoff heißt ja Phenyläthylamin, und den gibts bestimmt irgendwann in Fläschchen in der Apotheke oder beim Dealer im Park. Watch out.