Was hier fehlt: ein gegen das Glas gedrückter Rücken, die Schatten eines sich küssenden Paares. Wäre das Kitsch? Oder Voyeurismus? Wie fühlt es sich an, wenn man sieht, wie andere sich küssen? Welches wären gute Kuss-Orte? An der Bushaltestelle? Auf dem Dach eines Rohbaus? In einem Riesenrad? Im Regen? Im Kino? Auf dem Rücksitz eines Taxis? Auf dem Flur, vor dem Ankommen, nach dem Weggehen… in der Dämmerung. Oder wo? Oder ganz egal?
Artikel-Schlagworte: „Eskapaden“
Herzschatten
Sonntag, 12. Juli 2009Mal theatralisch sein
Montag, 15. Juni 2009


In Berlin hängen zur Zeit diese Plakate. Sie werben für ein Theater, die Schaubühne. Aber sie machen auch darauf aufmerksam, dass Theatertexte voller wahnsinniger, kitschiger, einfacher, verrückter und vor allem zitierfähiger Liebeserklärungen stecken. Die Schaubühne bedient sich bei Friedrich Schillers “Die Räuber” (ziemlich direkte Anmache), bei David Gieselmanns “Die Tauben” (scheinbar direkt, aber eigentlich naiv-spielerisch) und bei Tennessee Williams “Endstation Sehnsucht” (ein klarer Fall von fishing for compliments). Leider sehen die Schauspieler nicht besonders verliebt, sondern eher wie die neutral oder gänzlich leer blickenden Kultporträts des deutschen Fotografen Thomas Ruff aus. (weiterlesen…)






