Artikel-Schlagworte: „Jules“


Jules sagt

Freitag, 4. September 2009

Meine nächste Freundin soll eine kleine süße Feministin sein, die auf Männerjagd geht. Die für ihre Gefühle kämpft. Eine Jeanne d’Arc der Liebe. Lisa denkt wirklich, ich solle mich zuerst melden. Damit ich mein Interesse zeige und so. Sie denkt, wenn man Männer warten lässt, werden sie umso interessierter. Das ist ja wohl total 19. Jahrhundert! Schonmal was von Emanzipation gehört?

Wenn du einen Typen magst, Lisa, dann ruf ihn an, alles andere ist unehrliche Soße. Jeder Schritt in die richtige Richtung verringert die Möglichkeit von Zufällen in diesem Universum. Konventionen sind für konventionelle Menschen! Und wenn du dir unsicher bist, wie wäre es mit einer kleinen süßen Email? Oder einem Kommentar? Schließlich weiß ich genau, dass du das hier liest. Ok, ich mag es, wenn ich mir ein bisschen Mühe geben muss. Doch diese ganze Lisa-Warterei zermürbt mich irgendwie total, das ist doch schon völlig verkorkst zwischen uns, und ich bin ehrlich gesagt genervt und lustlos. Habe mich ein bisschen auf anderen Blogs herumgetrieben und eine geniale Geschichte zum Thema “Wer spricht wen an?” bei Melancholie Modeste gefunden. Eine, die “Schwester der K.” genannt wird, hat ihrem Freund auf der Pfaueninsel in Berlin – auf den Knien, zwischen anderen Ausflüglern – einen Heiratsantrag gemacht. Und: Er lehnte ab! Werte Schwester der K., melde dich. Hast du das gehört, Lisa? Mut. Mut. Mut. Vielleicht sollten wir uns einfach andere Namen geben und nochmal auf Start. Wie bei Mensch ärgere dich nicht.


Jules sagt

Samstag, 22. August 2009

Ich fasse es nicht! Jetzt denkt Lisa, dass ich sie beobachte. Ich als Detektiv oder wie? Auf der Spur meiner Liebe? So ein Quatsch. Lisa leidet an narzisstischer Selbstverliebtheit, wenn nicht gar Überschätzung. Wahrscheinlich kann sie es sich gar nicht vorstellen, dass der arme Jules ohne sie leben kann. Aber, bätsch, kann ich.

In der letzten Woche habe ich kaum noch an sie gedacht, das war so, als ob ich mit dem Rauchen aufgehört hätte, ohne es überhaupt zu merken. Auf einmal waren die Lisa-ich-vermiss-dich-Gedanken wie weggeblasen. Ihr fragt euch, warum? Ganz einfach: Ich habe Lisa mit einem anderen Typen gesehen. (Nein, ich habe sie nicht beobachtet; das war Zufall!). Sie gingen im Park spazieren, als ich gerade joggen war. Ich bin dann als Mr Lässiger Schritt auf beide zugetrabt und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Denn erstens sah ihr Begleiter scheiße aus (Wetgel), zweitens wurde Lisa rot, als ich an ihnen vorbeilief. Ihr war das peinlich! Hatte sie nicht gesagt, dass sie gar nicht rausgehen wollte? Hatte sie nicht gesagt, ich solle mich entscheiden? Die Arme weiß doch selbst nicht, was sie will, und hält sich lieber alle Optionen offen. Ich schwöre, dass sie mich in der nächsten Woche anrufen wird. Bis dahin halte ich mir auch alle Optionen offen. Sprecht mich ruhig an, wenn ihr mich seht!


Jules sagt

Mittwoch, 5. August 2009

Bisher hab ich mich ja rausgehalten. Bisher hat Lisa hier gequatscht. Frauen quatschen ja immer sehr gerne. Vor allem über uns Typen. Ich fand es daher auch ganz interessant, was sie da so über mich geschrieben hat. Denn ich respektiere sie total. Sie kennt meine Abgründe und ich ihre. Oft hab ich sie nach Parties auf dem Gepäckträger nach Hause gefahren und bin dann einfach mit in ihr Bett gekrochen. Gute Freunde eben. Ich weiß, einige Leute sagen, das kann nicht sein. Die denken, wir sind seit Jahren undercover zusammen. Aber bisher war da nix, wirklich. Vor allem, weil Lisa ja immer in irgendwelche Blondies verliebt ist, die sie im Freibad trifft. Und weil ich eine Freundin hatte. Aber jetzt bin ich solo. Und ich mag Lisa. Nach unserer ersten richtigen Nacht ist jetzt alles so komisch. Ich wusste nicht, dass ich so drauf sein kann. Auf Lisa hab ich keinen Bock mehr, aber ich brauche sie, als meine beste Freundin. Also hab ich eigentlich doch Bock, sie zu treffen. Was soll ich machen?