Artikel-Schlagworte: „Körper“


Der mit den vielen Körpern

Mittwoch, 24. Juni 2009

Mein Freund, der Roboter? The New Scientist berichtet von Forschungen an der Universität in Herfortshire. Dort werden Roboter gebaut, die ihren “Körper” wechseln können. Sie übertragen ihre programmierte Persönlichkeit von einer Maschine auf die andere und helfen so an unterschiedlichen Stellen im Haushalt. Der Roboter soll sich sozial verhalten können, zum Beispiel Abstand halten, wenn man müde ist, und zwischen verschiedenen Menschen unterscheiden. Die Wissenschaftler nennen ihn daher auch “companion”, das bedeutet Begleiter oder gar Lebensgefährte. Das Zusammenleben stelle ich mir schwierig vor: Kaum hat man die Brotschneidemaschine geküsst, springt das Robotergehirn schon ins Bad, ins Kloputzgerät. Von dort erledigt es die Einkäufe, druckt schnell ein paar Rechnungen aus, kehrt kurz zum Mülltrennen in die Küche zurück – und man selbst weiß gar nicht mehr, wo dem Roboter der Kopf steht bei so vielen Körpern


Ich bin hässlich

Mittwoch, 17. Juni 2009

Der Wecker klingelt. 6.30 Uhr. Der erste Gang führt auf die Waage. Der Zeiger schnellt auf 60,5 Kilo. Da gibt es für Kim nur eines: Noch einmal drauf steigen, sich am Waschbecken festhalten und so lange balancieren, bis sie mit ihren 161 Zentimetern irgendwie unter der 60 Kilo-Marke bleibt. Beim Duschen stellt sie dann fest, dass der linke Busen schneller wächst als der rechte. Auch die Pickel vermehren sich unverhältnismäßig. So demoralisiert über den eigenen Zustand möchte sich Kim am liebsten wieder ins Bett legen, eine Tafel Schokolade verschlingen und Dauerwerbesendungen gucken. Aber das ist selbstverständlich keine Lösung. Die Pickel würden nur noch schlimmer und die Hosen noch enger.

Objektiv gesehen, sind nur ungefähr 15 Prozent der deutschen Kinder und Jugendlichen übergewichtig. Das mag zwar für Gesundheitspolitiker erschreckend klingen, bedeutet im Grunde aber, dass sich 75 Prozent keine Sorgen machen müssen, aus dem Rahmen zu fallen. Es ist sowieso umstritten, bei Jugendlichen den Body-Mass-Index anzuwenden, denn der ist nur für über 18-Jährige halbwegs zuverlässig.

Wer gibt Kim also das Selbstbewusstsein zurück, das sie mit jeder Chipstüte, jedem Kinobesuch samt Popcorn und jeder geschwänzten Sportstunde Stück für Stück verloren hat? (weiterlesen…)