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Die Sicht des Penis

Mittwoch, 30. September 2009

Das Schlimme an thematischen Blogs ist, dass man irgendwann nur noch dieses eine Thema liest und sieht. So sehe ich, wenn ich durch die Welt laufe, vor allem Penisse und Sex-Nachrichten. Die Welt ist voll davon. Schrecklich. Ich fühle mich schon wie Humbert Humbert, der Ich-Erzähler in Wladimir Nabokovs Roman “Lolita”. Er hat auch eine verdrehte, einseitige Weltsicht. In einem Straßenpfosten sieht er einen Phallus. Aber Humbert Humbert ist eine Kunstfigur. Seine Perspektive ist die einer, wenn auch provozierenden, Fiktion.

Nackte Litfasssäule

Nackte Litfass-Säule.

Und während die Welt gerade über die Verhaftung des Filmemachers Roman Polanski diskutiert, überlege ich, ob ich jetzt wirklich wieder eines meiner Penis-Bilder hochladen soll. Oder ob ich damit diese Penis-Sicht verstärke.

Polanski hat 1978 bei einer Party in Jack Nicholsons Villa ein 13-jähriges Mädchen mit Drogen “zum Sex verführt”, wie es euphemistisch heißt. Er wurde damals in den USA angeklagt und ist dann nicht zur Verhandlung erschienen, sondern ist aus dem Land geflohen. Jetzt wurde er, im Vorfeld seines Auftritts beim Filmfestival Zürich, bei seiner Einreise in die Schweiz festgenommen. Die einen sagen: Lasst ihn frei. Er hat genug durchgemacht (seine Mutter starb in Auschwitz, seine schwangere Frau wurde durch Charles Mansons Sekte grausam getötet; er konnte nie wieder nach Hollywood reisen). Andere sagen: Gut so, jeder ist vor dem Gesetz gleich.

Mädchenblog zitiert eine Passage vom US-amerikanischen Blog Feministing, mit dem Tathergang. Und das ist nunmal keine Banalität: 

Before we discuss how awesome his movies are or what the now-deceased judge did wrong at his trial, let’s take a moment to recall that according to the victim’s grand jury testimony, Roman Polanski instructed her to get into a jacuzzi naked, refused to take her home when she begged to go, began kissing her even though she said no and asked him to stop; performed cunnilingus on her as she said no and asked him to stop; put his penis in her vagina as she said no and asked him to stop; asked if he could penetrate her anally, to which she replied, „No,“ then went ahead and did it anyway, until he had an orgasm.

Josef Joffe befand in der ZEIT, dass “sex crimes” verjähren, Flucht nicht. Ich sehe es genau anders: Flucht verjährt, aber nicht die Vergewaltigung. Frage: Warum haben ihn die Franzosen nicht festgenommen? Wir müssen aufhören, sexuelle Gewalt zu verharmlosen. Auch wenn die Opfer, in diesem Fall auch das Opfer Polanskis, den Tätern verzeihen. Letztere müssen sich ihren Taten stellen. Sex ist etwas Freiwilliges, sollte Spaß machen. Allen Beteiligten.


Der Phallus geht um

Samstag, 8. August 2009

Vor einer Woche wiesen wir hier auf Gummi-Penisse hin. Diese waren absichtlich dem männlichen Geschlechtsteil nachgeformt, ein Partygag. Ha ha. Wenn die Natur so lustige Dinge wie Sexualorgane formt, warum lachen wir dann eigentlich nicht über Bäume und Katzen, über Sonnenblumen und Steine?

fail owned pwned pictures
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Denkste: Der Failblog, der sich mit allen Dummheiten auseinandersetzt, die unabsichtlich geschehen (Stichwort: Schadenfreude), hat den phallischen Gegenständen dieser Erde eine gesamte Rubrik gewidmet. Dort finden sich Fotos von Sonnenschirmen, Menschenformationen, falsch eingepieksten Strohhalmen in besagter Form. Lassen wir nun die Bilder sprechen. Und für die Architekturfreunde hat Heise verschiedene phallische Hochhäuser zusammengetragen.


Penisse aus Gummi

Sonntag, 26. Juli 2009

Ja, die gibt es wirklich. Gesehen im “fruchtgummi design”-Laden im Mainzer Hauptbahnhof. Kostenpunkt 4,95 Euro für 500 Gramm. So hat man immer ein Gummi zur Hand. Ok, schlechter Witz. Noch schlechtere bitte melden.

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