
Artikel-Schlagworte: „Sex“
Fragen der Zeit
Samstag, 26. September 2009Brauch dich heute Abend
Montag, 14. September 2009Wie versprochen, behandeln wir in dieser Folge der beliebten Reihe “Sex im Pop” den australischen Sänger Michael Hutchence, der sich mutmaßlich beim Onanieren tödlich stranguliert hat, und zwar 1997. Ja, die Welt ist seltsam, und die Wege der Herren oftmals unergründlich. Beklagen konnte sich Hutchence eigentlich nicht. Er hatte Popsängerinnen (Kylie!), dänische Models und die Exfrau eines anderen Popstars im Bett. Paula Yates hieß die Dame, war die Ex von Sir Bob Geldof und eine in England gehassliebte, sehr bekannte Moderatorin, die ihm, wie man so bescheuert sagt, 1996 auch die Tochter Tiger Lily schenkte. Nach Hutchence’ Tod versank seine Witwe in Depressionen. Im September 2000 kaufte sie sich drei Flaschen Schnaps und verschwand, bis man ihre Leiche fand. Tiger Lily wächst jetzt mit den Kindern von Sir Bob auf. Tja, tragische Geschichte.
Und Michael Hutchence war tatsächlich auch mal mit Kylie zusammen, und zwar zur Zeit der Wende, nämlich von 1989 bis 1990. Zu Kylie beim nächsten Mal mehr. Hier unten sehen wir das Video von Hutchence’ Band INXS, in dem er auf auffallende Art Werbung für Geschlechtsverkehr macht. Vor der Verwendung von Bademantelgürteln sei an dieser Stelle noch einmal nachdrücklich gewarnt.
Das Verhütchenspiel
Donnerstag, 10. September 2009
Werbeplakat vor einem Sexshop in Berlin-Marzahn. Leider stimmt diese Aussage nur halb, denn fragen sollten diese Jungs schon noch. Anders gesagt: Wer nicht fragt, muss draußen warten. Wie dieses Plakat.
Ich will dich aufsexen
Donnerstag, 27. August 2009Guten Tag. Diese neue Folge unserer Reihe “Sex im Pop” behandelt eine Boygroup, die nie über ihre ersten zwei Hits rausgekommen ist. Der erste hieß “I Wanna Sex You Up” und wer zuerst weiß, wie der zweite Hit hieß, kann ein Buch gewinnen. – Übrigens sind Wham! mal mit Color Me Badd aufgetreten. Um Michael Hutchence, der sich mutmaßlich beim Onanieren selbst stranguliert hat und dabei umkam, geht es dann beim nächsten Mal.
Ich will deinen Sex
Mittwoch, 12. August 2009Es hat eine Zeit gedauert, bis das Wort Sex erstmals in einem Popsongtitel auftauchte. George Michael hielt es im Sommer 1987 nicht mehr länger aus und sang diese Aufforderung zum Geschlechtsverkehr daher. Damals war noch nicht klar, welche Zielgruppe genau gemeint war – George outete sich erst viel, viel später. Das Video taugte natürlich für einen kleinen Skandal, obwohl eigentlich nichts besonderes zu sehen war. Die Aussage des Videos ist sogar ein wenig bieder (”Explore Monogamy”), andererseits natürlich erfrischend offen und direkt. “Sex is natural, sex is good, not everybody does it, but everybody should.” Dem ist nichts hinzuzufügen.
[Sorry für die Übergröße. Hihi.]
Sex und Gewalt
Montag, 27. Juli 2009Hier endlich Teil 2 unser kleinen Reihe “Sex im Pop”. Sinnigerweise war es der Punk, der das Wörtchen Sex zuerst und vermehrt in seine Songtitel hievte, Sex in seiner direkten Stumpfheit begriff und auch das y wegkürzte (anders noch als Rod Steward, der narzisstisch “Do you think I’m sexy?” rau hauchen musste). Angenehm stumpf ist folglich auch dieses Lied, “Sex and Violence” von der Gruppe The Exploited, erschienen 1981 auf der LP “Punks Not Dead”, hier mit einem harmlosen, nichtsdestoweniger stumpfen Youtube-Video versehen.
War das jetzt der Orgasmus?
Samstag, 25. Juli 2009Der weibliche Orgasmus ist, im Gegensatz zum männlichen, bisher recht unkartografiertes Gelände. Heike Faller bemüht im aktuellen SZ-Magazin sogar ein Diktum des Psychoanalytikers Sigmund Freud: “Die große Frage, die ich trotz meines dreißigjährigen Studiums der weiblichen Seele nicht zu beantworten mag, lautet: Was will die Frau?” Also spürt die Journalistin in ihrem Artikel (leider nicht online) dem aktuellen Forschungsstand zu “pink Viagra” nach. Diese Luststeigerungspillen für die Frau sollen frühestens 2010 auf den Markt kommen.
Aber macht eine Tablette wirklich “Lust auf mehr”, fragt die Mädchenmannschaft? Und geht es wirklich darum? Immer besser, immer schneller, immer toller zu kommen? Wir Liebeserklärer finden das viel zu stressig, viel zu gehetzt, und sagen in unserem Buch: Bleibt locker. Genießt alles. Auch das Langsame. Und auch Pannen sind völlig ok. Sonst geht es euch nachher so wie den Berliner Lesebühnen-Autorinnen und -Autoren in “Von Spaß war nie die Rede” (Satyr Verlag, 2009). In ihrem Blog auf ZEIT ONLINE verfasste auch Sigrid Neudecker gerade ein Plädoyer gegen den Leistungsdruck beim Sex. Unseren Text dazu lest ihr ab dem nächsten Absatz (es geht unter anderem um Simone de Beauvoir). Wir glauben, dass Sex immer besser wird, je mehr Erfahrungen man sammelt. Das gilt für Mann und Frau, und ist daher endlich mal eine gleichberechtigte Meinung zum Orgasmus. Oder? (weiterlesen…)
Die chemische Keule
Donnerstag, 23. Juli 2009Gestern kamen wir vom Preis auf die Chemie der Liebe. Daher habe ich, zum Nachschlagen oder zum Brillieren auf Partygesprächen, mal ein kleines Glossar für das medizinische Grundwissen zum körperlichen Glücksgefühl zusammengestellt. Ärztinnen und Ärzte unter euch: Bitte gerne um den aktuellsten Forschungsstand ergänzen.
Oxytozin: Wird auch “Liebeshormon” genannt und im Gehirn aller Säugetiere produziert. Es bewirkt, wenn es in die Blutbahnen gelangt, die rhythmische Anspannung der Muskulatur der Gebärmutter (bei Frauen) oder des Samenleiters (bei Männern). Eventuell spielt es auch eine Rolle als “Treuehormon”: Präriewühlmäuse bleiben sich nach dem ersten Sex ihr Leben lang treu, in ihrem Gehirn wurde eine hohe Konzentration von Oxytozin festgestellt. Bergwühlmäuse produzieren dieses Hormon kaum, wenn sie sich begatten, und belassen es bei One-Night-Stands. Züchtet man allerdings genetisch veränderte Bergwühlmäuse, die mehr Oxytozin produzieren, trennten sich die Paare nicht mehr. Der Name des Stoffes kommt aus dem Griechischen von “oxys” (schnell) und “tokos” (Geburt), denn ohne ihn kann eine Frau ihr Kind nicht auf die Welt bringen, weil er für die Wehen essentiell ist.
Dopamin: Hat auch einen Ersatznamen, nämlich “Glückshormon”. Wenn man verliebt ist, wird es verstärkt ausgeschüttet; dann benötigt man weniger Schlaf und hat weniger Appetit, behauptet unter anderem Helen Fisher, Anthropologin an der Rutgers Universität. Auch diesem Botenstoff könnte man einen anderen Namen geben, nämlich “Motivationshormon”. Ein zu geringer Dopamin-Spiegel im Blut führt zu Antriebslosigkeit, ein zu hoher spielt bei Psychosen eine Rolle. Und für die Auswendiglerner unter euch noch die Summenformel: C8H11NO2
Östrogen: Dieses Hormon gilt als weibliches Hormon. Es steuert den Zyklus von Eisprung etc. Während der Blutung ist die Östrogenkonzentration am geringsten; Mädchen und Frauen fühlen sich dann oft niedergeschlagen, depressiv oder einfach kraftlos. Männer brauchen Östrogen unter anderem für den Knochenaufbau und für die Heranreifung der Spermien. Zu viel Östrogen macht übrigens aggressiv.
Testosteron: Ein männliches Hormon, ein sogenanntes Androgen, das beispielsweise zur Ausbildung der männlichen Geschlechtsorgane notwendig ist, aber auch im Körper der Frau eine große Rolle spielt. Zur Zeit des Eisprungs nimmt die Konzentration von Testosteron im Körper der Frau um 30 Prozent zu, daher nimmt man an, dass es lustfördernd wirkt. Der Forscher Ernst Lacqueur hat ihm den Namen gegeben, weil er das Hormon 1935 erstmals aus Stierhoden (testis) isolierte. Er hatte bereits 1925/1926 mit anderen Wissenschaftlern das Östrogen entdeckt.
Pheromone: Diese unbewusst wahrgenommenen Duftstoffe signalisieren Paarungsbereitschaft und werden von Körperdrüsen ausgesendet. Bestimmte Schmetterlings- und Mottenarten können angeblich Pheromone aus zehn Kilometer Entfernung wahrnehmen. Und, wie gestern schon angemerkt, soll es bereits Parfüms geben, denen diese Stoffe beigemischt sind. Ob sie wirken?
Völlig losgelöst
Dienstag, 21. Juli 2009Heute begeben wir uns mal in andere Dimensionen. Sex ist, so könnte man in Anlehnung an die aktuelle Erinnerungsdebatte um die Mondlandung behaupten, wie eine Exkursion auf einen anderen Himmelskörper, bloß ohne Raumanzug und mit mehr Sauerstoff. Anders gesagt, besser gefragt: Sind wir Menschen wie Planeten, die sich im All umkreisen? Braucht der Mann im Mond eine Frau im Mond? Denn bisher war, abgesehen von der Astronautin Friede Welten in Thea von Harbous Roman, der 1929 von ihrem Mann Fritz Lang verfilmt wurde, noch kein weibliches Wesen oben. Daher weiß man noch nicht so genau, wie das dort mit dem Sex funktioniert – auch wenn die NASA, wie die Welt berichtete, im Jahr 1996 zwei Testpersonen schwerelosen Geschlechtsverkehr hat probieren lassen. Sie empfanden vier von zehn ausgewählten Stellungen (diese hatte vorher eine Computersimulation für geeignet erklärt) als gelungen.
Aber man kann sich eine Mondlandung neuerdings auch zu Hause simulieren und beim Abheben echt astronautische Liebesworte sprechen, etwa den Twitter-Feed vorlesen, der den Funkverkehr bei der Mondlandung der Apollo 11 vor 40 Jahren wiedergibt. Die kanadische Comedy-Truppe The Wine Kone hat sich in einer Frage an den amerikanischen Raumfahrer Mark Polansky konkret überlegt, wie Sex in der Schwerelosigkeit aussehen könnte: In ihrem poetischen Fragenkatalog ergießt sich eine Milchstraße in ein schwarzes Loch und die Raumfahrer erfreuen sich an “Space Bunnies”. Körperflüssigkeiten würden sich aber, so behaupte ich hier mal rein basis-physikalisch, im All eher nicht ergießen, sondern in einer kompakten Entität herumschweben. So wie der Staub, den man hier in einer restaurierten Originalaufnahme der NASA sieht.
Sextypen: Der Romantiker / Die Romantikerin
Donnerstag, 16. Juli 2009Der romantische Liebhaber ist besser als sein Ruf. Er hat seinen weniger romantischen Kollegen vor allem voraus, dass er Zeit besitzt. Er muss nicht nach sieben Monaten nach einer Neuen suchen. Ein weiterer Vorteil: Der Romantiker muss keine Pseudo-Männlichkeit beweisen. Bei ihm wird man nicht im Eifer des Gefechts mit einer gewissen Monotonie mit dem Kopf gegen die Wand gewippt werden. Er klatscht einem auch nicht mit den Händen auf die Pobacken, weil er zu viele Pornos gesehen hat. Nein, der Romantiker ist sanft. Einfühlsam. Der Romantiker will verschmelzen, mit dir, mit der ganzen Welt eigentlich. Er schaut dir beim Sex in die Augen. Er will, dass das Licht ausbleibt, weil er dich dann besser fühlen kann. Er flüstert dir zwischendurch ins Ohr, ob es dir gefällt. Er schläft auch mit dir, wenn du deine Tage hast. Denn das findet er ganz natürlich. Der Romantiker hat Sex mit dir, weil er dich sehr liebt.
Aber aufgepasst! Der Romantiker kann auch schrecklich nerven. Im Bett und außerhalb. Denn der Romantiker ist grenzenlos. Immer, in jeder Sekunde will er dich sehen, sprechen, dir nahe sein. Das ist am Anfang schön, doch kann es irgendwann sehr nerven. Und manchmal redet der Romantiker beim Sex einfach viel zuviel, weil neben der körperlichen auch noch sprachliche Nähe hergestellt werden muss. Mit einem Romantiker kommst du gut klar, wenn du Witz in die Sache bringst. Scherze beim Sex lassen ihn verstummen. Und dann ist er ganz wunderbar.
Die romantische Liebhaberin ist noch viel schlechter als ihr Ruf. (weiterlesen…)






